AWL als Bindeglied im Logistikmarkt

Von Matthijs Varwijk - Geschäftsfeldentwicklung Logistik

Im Zuge meines Auftrags, eine Markteinführungsstrategie zu entwickeln, werde ich oft gefragt, inwiefern AWL im Logistikmarkt mehr leisten kann als andere. Welchen Mehrwert können wir bieten? Über meine Erfahrungen damit berichte ich in meinem Blog.

Der Markt von heute?
AWL ist schon seit Jahrzehnten in der Automobilindustrie aktiv, hat sich aber auch in der allgemeinen Industrie einen guten Namen gemacht, insbesondere auf dem Gebiet der Verbindungstechnik und der Robotermontage. Wir stellten fest, dass wir mit unseren Maschinenkonzepten auch immer mehr logistische Handlungen übernahmen. Dadurch erübrigte es sich beispielsweise, dass ein Bediener der Maschine manuell Komponenten zuführen muss, bevor ein Roboter sie zur nächsten Station befördert. Wir wurden seitens der Automobilindustrie schon häufiger nach den Möglichkeiten für eine weitere Automatisierung gefragt, also nach Verfahren, die kein Bedienungspersonal mehr erfordern. Dazu wird Vision-Techniek benötigt, beispielsweise für das Bin Picking, den „automatisierten Griff in die Kiste“. Und genau daran haben wir in den vergangenen drei Jahren gearbeitet.

Logistikmarkt
Wir wissen, dass Logistikprozesse, gerade in der heutigen Zeit, eine enorm wichtige Rolle spielen. Der Logistikmarkt steht unter Druck. Die in diesem Markt operierenden Unternehmen stecken entweder in der Krise oder sie sehen zwar die enormen Wachstumschancen, die sich gegenwärtig bieten, können aber zugleich die überwältigende Nachfrage nicht mehr bedienen. In kürzester Zeit müssen sie ihr Personal aufstocken oder in neue Technologien investieren. Hinzu kommt, dass die Verbraucher von heute immer anspruchsvoller werden. Wenn sie vor 23.59 Uhr eine Bestellung aufgeben, soll die Ware möglichst schon am nächsten Tag um 14 Uhr da sein. Das ist natürlich nur mit intensiver Nachtarbeit zu schaffen. Kein Wunder also, dass in der Logistikbranche eine enorme Nachfrage nach Automatisierungslösungen entstanden ist.

Die Herausforderung
In der Automobilindustrie werden die Komponenten wie gesagt per Roboter von der einen zur anderen Station befördert. Im Logistikmarkt sind diese Komponenten, die „Pakete“ also, die gegriffen werden müssen, niemals identisch. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihres Formats, ihres Gewichts und ihrer Lage im Raum. Darum ist es wichtig, dass man die richtigen „Augen“ einsetzt. Dass eine geeignete Vision-Technologie zur Anwendung kommt, die die Pakete korrekt erkennen kann. Und man braucht eine geeignete „Hand“, die sie genau an der richtigen Stelle wieder absetzt. Das erfordert ein gutes Maschinenkonzept mit einem Roboter, der das Paket von einer Station zur nächsten bringt. Was das betrifft, ist AWL dank unserer umfassenden Robotisierungskenntnisse im Markt einen Schritt voraus.

Unsere Erfahrungen
Natürlich sind wir uns bewusst, dass jedes Warenlager und jedes Verfahren beim Endkunden anders ist, denn keine zwei Pakete sind dieselben. Der Mensch ist in diesem Bereich unglaublich intelligent und im Grunde zu allem in der Lage. Auch die moderne Software ist hochintelligent, aber das heißt nicht, dass sie alles kann. Was wir in der Automobilindustrie gelernt haben ist, dass man die Dinge auf die richtige Weise tun muss. Man muss sein Maschinenkonzept aber auch überdenken können, wenn es nicht optimal ist. Was ist dann Ihre NOK-, also Ihre NOT-OK-Strategie? Mit dem richtigen Maschinenkonzept ist fast alles möglich, aber wenn es beispielsweise nicht gelingt, Komponenten zu greifen, muss auch ein gutes Konzept für den Umgang mit diesem Problem vorliegen. Warum? Weil man letztlich ein stabiles System braucht, das zuverlässig funktioniert und den richtigen Output generiert. Damit wir die Stückzahlen liefern können, die verlangt werden. Anders gesagt also: der Business Case muss stimmen und die Maschine muss industriell robust sein.

Vision-Technologie gewinnt an Bedeutung
Der gesamte Markt ist in Bewegung; die Vision-Technologie und deren effektiver Einsatz werden immer wichtiger. Momentan unternehmen verschiedene Anbieter im E-Commerce-Bereich die ersten Schritte, und es werden immer mehr. Diese potenziellen Kunden stellen im Markt fest, dass Start-ups enorm an Wert zulegen. Also werden sie übernommen. Die Start-ups arbeiten allerdings auf der Grundlage ganz anderer Philosophien, denn ihre Wurzeln liegen in den Universitäten. Wer mit ihnen in großem Maßstab neue Technologien realisieren will, braucht ein solides Fundament. Einen Partner, der eine gute und zuverlässige Maschine baut, die über lange Zeit problemlos läuft. Außerdem muss man weltweiten Service bieten können. Und wer einmal eine neue Technologie einführt, wird schnell feststellen, dass die nächsten nicht weit sind. Denn in diesem enorm expandierenden Markt muss man sich, wenn etwas erfolgreich ist, auch rasch daran anpassen können.

Verbindende Rolle
AWL fungiert hierbei als Bindeglied; wir halten es in unserer Rolle für ausgesprochen wichtig, alle Akteure zusammenzubringen. Dazu gehören auch die vier großen Roboterhersteller: Yaskawa, ABB, Kuka und Fanuc. Sie sind in diesem System unverzichtbar. Die großen Materialhandling-Provider sind sozusagen die Hoflieferanten der Logistik, sie richten komplette Warenlager ein. Wenn man diesen neuen Schritt in der Robotisierung tun will, bedeutet das also auch, dass man in irgendeiner Weise als verbindender Faktor fungieren muss. Man muss A in der Umgebung eines solchen Materialhandling-Providers eine Maschine installieren. Und dabei geht es nicht um ein einzelnes Warenlager, sondern um enorme Warehouses mit mehreren Systemen in verschiedenen Ländern. Und man braucht B einen Roboter, der sich gut integrieren lässt. Also nicht nur einen bestimmten Typ, sondern ein markenunabhängiges System, denn das festigt die eigene Marktposition. Darüber hinaus muss man flexibel genug sein, um mit den trendigen Start-ups mithalten und die Vision-Technologie auch wirklich effektiv einsetzen zu können.

Ich glaube, dass AWL für die Endkunden hier einen großen Mehrwert haben kann, weil wir genau in der Mitte positioniert sind. Wir sind groß genug, um mit den großen Handling-Providern Schritt zu halten und Systeme für Warenlager zu liefern, und zugleich kreativ und fachkundig genug, um neue Vision-Technologien in unsere Systeme zu integrieren und zu optimieren. Abgesehen davon sind wir, nicht ganz unwichtig, unabhängig, und wir haben weltweit schon über 3000 Roboter installiert.

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